Kletterin an der Speedwand
Deutsche Meisterschaft Speed 26 Xaver Quintus
Zu Gast bei den Finals 2026

Nachbericht zur DM Speed und Team Speed

Das Highlight der Deutschen Speedsaison 2026! Die Finals boten von 24.-26. Juli in Hannover erneut den Rahmen für die Deutsche Meisterschaft Speed und die Premiere der neuen Disziplin Team Speed. Alle Infos zur Veranstaltung und einen Nachbericht gibt es hier.

Alle Ergebnisse auf einen Blick:

Deutsche Meisterschaft Relay

  1. Nele Thomas und Andrin Zedler

  2. Laura Wachter und Nick Reßmann

  3. Florence Grünewald und Finn-Lucas Scholtes

Deutsche Meisterschaft Einzel Männer

  1. Sebastian Lucke

  2. Andrin Zedler

  3. Moritz Müller

Deutsche Meisterschaft Einzel Frauen

  1. Mina Josephine Schultz

  2. Nele Thomas

  3. Emilia Briel

Der gesamte Nachbericht

Mina Josephine Schultz wird neue Deutsche Meisterin!

Nach einem Achtelfinale ohne große Überraschungen zogen Sofiia Tulchynska gegen Ruth Meyer, Emilia Briel gegen Elisabeth Kopp, Finia Fassbender gegen Lotta Seifert, Nele Thomas gegen Lea Voigt, Franziska Ritter gegen Klara Köhler, Lisa Wucherer gegen Emma Tritschler, Mina Josephine Schultz gegen Kim Lambert sowie Julia Koch gegen Laura Wachter ins Viertelfinale ein. Dort sorgte Schultz für die erste Überraschung: Die Vorjahreszweite bezwang Titelverteidigerin Koch in 7,61 Sekunden – gerade einmal 0,16 Sekunden trennten die beiden. Tulchynska rutschte mehrfach ab, fiel schließlich in die Sicherung und musste Briel den Einzug ins Halbfinale überlassen. Thomas setzte sich in 7,92 Sekunden knapp gegen Fassbender durch, Ritter gewann ihr Duell gegen Wucherer.

Immer wieder musste der Wettkampf wegen Regenschauern unterbrochen werden – schließlich ist Klettern auch ein Outdoorsport. Der Stimmung bei den Athletinnen und auf den voll besetzten Rängen tat das jedoch keinen Abbruch, nicht zuletzt dank Moderator Reinold Redenyi. Am Ende konnten alle Duelle vollständig ausgetragen werden. Im Halbfinale fiel Briel bereits auf den ersten Metern gegen Thomas in die Sicherung. Im zweiten Duell rutschte Ritter mehrfach ab und fand nicht mehr richtig in ihren Lauf, während Schultz souverän ins Finale einzog. Im kleinen Finale gelang Briel die nächste Überraschung: In 8,52 Sekunden setzte sie sich gegen die deutsche Rekordhalterin und fünffache Deutsche Meisterin Ritter durch und gewann Bronze. Das Finale blieb bis zum Anschlag offen. Schultz startete etwas schneller, Thomas holte im oberen Teil auf – am Ende sicherte sich Schultz in 7,48 Sekunden mit einem Vorsprung von nur acht Hundertstelsekunden vor Thomas den Deutschen Meistertitel.

Mina Josephine Schultz und Nele Thomas im Kopf-an-Kopf-Rennen. Foto: DAV/Xaver Quintus Xaver Quintus

Das war die Quli bei den Frauen

In der Qualifikation setzte sich Sofiia Tulchynska mit neuer persönlicher Bestleistung an die Spitze des Feldes. Die Ukrainerin startet allerdings außer Konkurrenz und geht damit nicht in die Wertung der Deutschen Meisterschaft ein. Dahinter präsentierte sich Franziska Ritter gewohnt souverän. Auch Mina Josephine Schulz, Finia Fassbender, Nele Thomas – die bereits im Mixed Speed Relay gemeinsam mit Andrin Zedler Gold gewonnen hatte – und Julia Koch überzeugten mit starken Läufen. Damit liegen die Favoritinnen vorne, das Feld bleibt jedoch eng beisammen. In den K.-o.-Runden kann bereits ein kleiner Fehler über Sieg oder Ausscheiden entscheiden. Auf deren Beginn müssen Athletinnen und Publikum allerdings noch kurz warten: Ein Regenschauer zieht derzeit über den Opernplatz. Sobald die Bedingungen es zulassen, geht es weiter.

DM Speed in Hannover 26. Foto: DAV/Xaver Quintus Xaver Quintus

Sebastian Lucke wird nach einem Krimi-Finale Deutscher Meister im Speedklettern!

Vor voll besetzten Rängen auf dem Opernplatz entwickelte sich die Entscheidung der Männer zu einem echten Krimi. Gleich im Achtelfinale erwischte es mit Linus Bader, den Qualifikationssieger: Kurz vor dem Top rutschte der dreifache Deutsche Meister ab und musste sich trotz 6,57 Sekunden Fin Sandeck geschlagen geben, der in 6,42 Sekunden ins Viertelfinale einzog. Ebenfalls weiter kamen Vincent Stummreiter gegen Moritz Sailer, Sebastian Lucke gegen Nils Hofmann, Theodor Fetzer gegen Frederik Huber, Aodhán Umlauf gegen Marcel Kraege, Moritz Müller gegen Dorian Zedler, Andrin Zedler gegen Justin Chladni sowie Max Hamker gegen Finn-Lucas Scholtes. Für Dorian Zedler endete mit diesem Lauf zugleich seine aktive Karriere. Im Viertelfinale setzte sich Stummreiter nach einem Fehlstart Sandecks durch, Lucke bezwang Fetzer und Andrin Zedler profitierte vom Sturz Hamkers. Für die nächste Überraschung sorgte der erst 16-jährige Moritz Müller: Er kletterte in 5,64 Sekunden ins Halbfinale, während Jugend-Vize-Europameister Aodhán Umlauf stürzte und das Top nicht erreichte. Dort gewann Lucke nach einem Sturz Stummreiters mit starken 5,23 Sekunden, Andrin Zedler setzte sich in 5,51 Sekunden gegen Müller durch. Im kleinen Finale sicherte sich Müller mit 5,69 Sekunden Bronze - nur eine Woche, nachdem er bereits bei der Jugendweltmeisterschaft in der Kategorie U17 die Bronzemedaille gewann. Das Finale zwischen Lucke und Zedler bot schließlich maximale Spannung: Zunächst rutschte Lucke, doch auch Zedler verlor im oberen Wandbereich den Halt. Lucke nutzte seine zweite Chance, kämpfte sich in 6,79 Sekunden ins Ziel und gewann vor Zedler, der 7,57 Sekunden benötigte, seinen ersten Deutschen Meistertitel seit 2020.

Sebastian Lucke feiert seinen Sieg bei der DM Speed in Hannover. Foto: DAV/Xaver Quintus Xaver Quintus

Das war die Quali: Top-Favoriten, Nachwuchstalente und persönliche Bestzeiten

Nach der kurzfristigen, krankheitsbedingten Absage von Titelverteidiger Leander Carmanns war klar: Der Weg zum Deutschen Meistertitel ist völlig offen. In der Qualifikation platzierten sich die Topfavoriten vorne – allen voran der dreifache Deutsche Meister Linus Bader mit 5,37 Sekunden, gefolgt von den Nachwuchstalenten Aodhán Umlauf und Andrin Zedler. Auch Routinier Sebastian Lucke zog souverän in die K.-o.-Runden ein. Wie eng das Feld beisammenlag, zeigt der Blick auf die Zeiten: Zwischen Bader auf Platz eins und Fin Sandeck auf dem letzten Finalplatz lagen gerade einmal 0,97 Sekunden. Trotz der Hitze gelangen mehreren Athleten persönliche Bestleistungen – darunter Lasse von Freier, der eigentlich vor allem im Bouldern unterwegs ist und mit 7,64 Sekunden eine solide Zeit auf die Wand brachte. Auch der amtierende Deutsche Meister im Bouldern, Thorben Perry Bloem, kehrte für die DM zu seinen Wurzeln im Speed zurück. Trotz eines Rutschers erzielte er 6,52 Sekunden und verpasste die Finalrunde um nur zwei Plätze beziehungsweise 0,18 Sekunden. Nun geht es auf dem Opernplatz mit den K.-o.-Duellen weiter – zu sehen im ZDF und im Livestream der ARD Mediathek.

Top Stimmung bei der DM Speed im Rahmen der Finals 26. Foto: DAV/Xaver Quintus

Team Speed eröffnet das Finals-Wochenende in Hannover - Nele Thomas und Andrin Zedler gewinnen!

Mehrere Tausend Zuschauer, bestes Wetter und zwei Speedwände mitten auf dem Opernplatz in Hannover: Den Auftakt des dreitägigen Speed-Events bei den Finals machte am Freitag das Team Speed in der gemischten Staffel.

Den Sieg im Team Speed holten sich Nele Thomas und Andrin Zedler aus Nordrhein-Westfalen mit einer Finalzeit von 13,71 Sekunden. Im Rennen mussten sie sich allerdings bis zuletzt gegen Sofiia Tulchynska und Nikita Levyi behaupten: Das aus der Ukraine stammende Duo wurde mit 15,39 Sekunden Zweiter, geht jedoch nicht in die Wertung der Deutschen Meisterschaft ein. Damit komplettieren Laura Wachter und Nick Ressmann aus Baden-Württemberg als Deutsche Vizemeister sowie Florence Grünewald und Finn-Lucas Scholtes aus Rheinland-Pfalz mit Bronze das DM-Podium. Für eine Überraschung sorgte das frühe Ausscheiden von Franziska Ritter und Sebastian Lucke, die in der Qualifikation abrutschten. Auch Linus Bader und Emilia Briel kamen nicht über das Viertelfinale hinaus. Für alle bleibt jedoch die Chance, sich an den kommenden beiden Tagen im Einzel erneut zu beweisen.

Die Gewinner*innen des ersten Mixed Speed Relay 2026. Foto: Xaver Quintus Xaver Quintus

Alle Infos zum Event

Deutschlands schnellste Kletterinnen und Kletterer zu Gast in Hannover

Vom 24. bis 26. Juli 2026 trafen sich Deutschlands beste Speedkletterinnen und Speedkletterer bei den Finals in Hannover. Auf zwei Wettkampfwänden am Opernplatz wurden die Deutschen Meistertitel im Speed sowie erstmals im Mixed Speed Relay vergeben. Damit war das Speedklettern Teil eines der größten Multisportevents Deutschlands und präsentierte sich vor mehreren Tausend Zuschauer*innen mitten in der Innenstadt.

An drei Wettkampftagen standen zunächst das Mixed Speed Relay sowie anschließend die Einzelentscheidungen der Männer und Frauen auf dem Programm. Für die deutschen Spitzenathletinnen und Spitzenathleten bot die Meisterschaft die Gelegenheit, sich auf großer Bühne vor heimischem Publikum zu präsentieren. Gleichzeitig traten zahlreiche Nachwuchstalente gegen die etablierten Kaderathlet*innen an und konnten sich im direkten Vergleich beweisen.

DM Speed bei den Finals 2026, Foto: Xaver Quintus Xaver Quintus

Eine Premiere feierte das Mixed Speed Relay. Dabei bildeten jeweils eine Athletin und ein Athlet ein Team und absolvierten die Speedwand nacheinander als Staffel. Neben der individuellen Geschwindigkeit waren dabei vor allem Konstanz, Abstimmung und Teamgeist entscheidend. Das neue Format sorgte für zusätzliche Spannung und wurde vom Publikum sehr gut angenommen.

Die Finals boten dem Speedklettern eine außergewöhnliche Plattform. Die offene Wettkampfstätte auf dem Opernplatz, volle Tribünen sowie umfangreiche Übertragungen im Fernsehen und im Livestream machten die schnellste Disziplin des Sportkletterns weit über die Kletterszene hinaus sichtbar. Auch zwischenzeitliche Regenschauer konnten der Stimmung keinen Abbruch tun: Alle Wettbewerbe wurden vollständig ausgetragen.

Über Sieg und Niederlage entschieden dabei oft nur Hundertstelsekunden. Enge Duelle, überraschende Wendungen und eine besondere Atmosphäre machten das Speed-Wochenende in Hannover zu einem erfolgreichen Auftritt für den Klettersport.

DM Speed bei den Finals 2026, Foto: Xaver Quintus Xaver Quintus

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